COVID-19

www.jost-leonhardt-fischer.de

"Be ready rather than be sorry."

(Prof. Leo Yee Sin, NCID Singapore)

 

AKTUELLE INFORMATIONEN, ANALYSEN UND PROGNOSEN ZUR COVID-19 INFEKTION IN DEUTSCHLAND, EUROPA UND DER WELT

 

Update 19.10.2020

Heute sind global 39.965.414 Menschen offiziell mit COVID-19 infiziert. Insgesamt sind bislang 1.113.307 Tote zu beklagen. Das entspricht einer Letalität von ca. 3.6%.

Die Zahlen für Deutschland: 368671 Infizierte, 9.798 Tote, vgl. Bild 1A.

Bild 1B zeigt die Zahl der registrierten infizierten Personen relativ zur jeweiligen Bevölkerungszahl. Diese Darstellung dient der besseren Vergleichbarkeit der Daten.

Die Wachstumsraten des einfachen exponentiellen Modells machen deutlich in welchen Ländern die Situation der zweiten Welle außer Kontrolle gerät Bild 2 . Steigende Wachstumsraten entsprechen einem exponentiellem Wachstum der Infektionszahlen.

Die Tag-zu-Tag Differenzen zeigt Bild 3. Deutschland verzeichnet heute 4007 Neuinfizierte. Im 14 Tage-Trend nehmen die Zahlen in Deutschland stark zu.  Noch ist die Lage aber nicht außer Kontrolle.

Die Todeszahlen bezogen auf die Bevölkerungszahl (länderspezifische Mortalität) zeigt Bild 5.

Meine persönliche Einschätzung liest man im Anschluss an Bild 5.

 

Frühere Updates

Linksammlung zu weiteren Informationen:

 

Linksammlung zu etwas Humor im Umgang mit der COVID-19 Pandemie    

 

BILD 1A - ZEITLICHE ENTWICKLUNG DER INFEKTIONSZAHLEN - STAND 19.10.2020Bild 1a) (Datenquelle: Johns Hopkins University's GitHub ServiceDie Grafik zeigt die täglich aktualisierte Datenlage der COVID-19 Infektion für Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Russland, Brasilien, Indien und den USA.

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Jeder kann bei gegebener exponentieller Wachstumsrate schnell die Verdopplungszeit bestimmen, also in wieviel Tagen t sich die Zahl der Infektionen verdoppelt bei einer bestimmten Wachstumsrate: t=ln(2)/b. Dabei bezeichnet ln(2) den natürlichen Logarithmus von 2=0.693147. 

    

Die 5 Tage Prognose gibt eine Idee des tatsächlichen Ist-Zustands der Lage, weil es im Mittel 5 Tage dauert, bis die Infektion erkannt, diagnostiziert und registriert ist.

 

BILD 1B - ZEITLICHE ENTWICKLUNG DER INFEKTIONSZAHLEN IN RELATION ZU DEN BEVÖLKERUNGSZAHLEN DER LÄNDER - STAND 19.10.2020

Bild 1b) Datenquelle: Johns Hopkins University's GitHub ServiceDie Grafik zeigt die täglich aktualisierte Datenlage der COVID-19 Infektion für Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Russland, Brasilien, Indien und den USA in Relation zu den Bevölkerungszahlen.

 

BILD 2 - DYNAMIK DER WACHSTUMSRATEN - STAND 19.10.2020

Bild 2) (Datenquelle: Johns Hopkins University's GitHub ServiceDargestellt ist die zeitliche Entwicklung des Wachstumsparameters b (auch Wachstumsrate genannt) der exponentiellen Fit-Funktionen f(x)=a*exp(b*x) aus Bild 1). Man sieht, dass sich die Wachstumsrate b sehr stark im zeitlichen Verlauf ändert und keinesfalls - wie bei normalem exponentiellen Verhalten - konstant bleibt. Zur Erklärung: Konstant (b=const) würde in dieser Darstellung eine horizontale Linie bedeuten.  Solange die Wachstumsrate größer als Null ist (b>0) steigen die Infektionszahlen exponentiell. Erst bei negativen Wachstumsraten (b<0) ergeben sich sinkende Infektionszahlen. Im Bild 2 wäre das ein Kurzenverlauf der die Grafik am unteren Rand dauerhaft verlässt. 

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Um dargestellten die komlexen Zusammenhänge verständlich zu machen, wird die vertikale Achse logarithmisch gewählt. Das ist üblich, wenn man exponentielle Zusammenhänge aufzeigen möchte, denn dann erscheinen diese als gerade Linien. Zur Erläuterung der vertikalen Achse: Aufgetragen ist die Wachstumsrate im Bereich von 0.01 bis 10 mit jeweils 10 Teilstrichen, also 0.01, 0.02, ,0.03,...,0.1, dann 0.1, 0.2, 0.3,...1,  und dann 1, 2, 3,.., 10. Die physikalische Einheit der hier gezeigten Wachstumsraten ist übrigens 1/Tage. An der Dynamik (=zeitliche Entwicklung) erkennt man einerseits die Komplexität der Wachstumskinetik einer Pandemie als auch, wie gut die Maßnahmen der jeweiligen Regierungen greifen. Kleiner werdende Wachstumsraten bedeuten jedoch immer noch exponentielles Wachstum der Pandemie! Erst bei b=0, würde die Pandemie nicht mehr wachsen! Zu beachten ist weiterhin, dass die Daten wegen des zeitlichen Delays (erkennen, diagnostizieren, registrieren) einen Blick in die Vergangenheit (ca. 5 Tage) darstellen. Man liest zwischen dem 09.02. und dem 24.02. einen geradlinigen Verlauf der Kurven ab. Das bedeutet, dass sich die Wachstumsraten in diesem Zeitintervall exponentiell verändern, genauer gesagt, verringern. Man beachte: nicht das nur das Wachstum selbst ist exponentiell, sondern auch die Änderung der Wachstumsraten - so etwas nennt man double exponential growth (Doppelt-exponentielles Wachstum). Die Verringerung der Wachstumsraten scheint zunächst eine sehr gute Nachtricht zu sein. Dann jedoch erkennt man bei allen Graphenverläufen ein sprunghaften Anstieg der Wachstumsrate. Hier erfolgt erneut ein exponentielles Wachstum der Wachstumsraten, jedoch sehr steilem positiven Antieg. Eine ungehinderte Infektionensausbreitung geschieht quasi "explosiv" in stoßartigen Wellen. Dies ist so eine Welle!     

 

    

Am 22.02. traf es Italien, am 27.02. traf es Spanien, am 01.03. traf es Frankreich und am 02.03. traf es Deutschland. Italien ist Deutschland also 10 Tage voraus, was die Infektionen mit  COVID-19 angeht. Geht man zurück ins Bild 1, so erkennt man dort die Dramatik der Situation noch gar nicht, weil die Infektionstzahlen einfach noch viel zu niedrig waren. Das änderte sich in Italien schlagartig von einer Nacht zur nächsten. Die anderen Länder folgen.

    

Die Regierungen durch verschiedene Maßnahmen die Lage unter Kontrolle zu bringen. Seit dem 01.03. lässt sich wieder ein - mehr oder weniger geordneter - Rückgang der Wachstumsraten feststellen. Je steiler diese Graphen der verschiedenen Länder nach unten zeigen, desto besser gelingt es, die Infektionskurve zu verbreitern, also das Anwachsen der Fallzahlen zu verlangsamen, um somit die - mit Sicherheit auftretende - Spitzenbelastung in den Gesundheitssystemen möglichst flach zu halten (aber dafür breit, sprich lange anhaltend).

 

 

BILD 3 - TAG-ZU-TAG DIFFERENZEN - STAND 19.10.2020

Bild 3) (Datenquelle: Johns Hopkins University's GitHub ServiceDargestellt sind die Tag-zu-Tag Differenzen der gemeldeten Infektionszahlen für Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Großbrittanien, Schweden, Russland, Brasilien, Indien und den USA. Zur Erklärung: Nur wenn die Differenzen dauerhaft null sind, ist das exponentielle Wachstum gestoppt.

 

BILD 4 - ENTWICKLUNG DER REGISTRIERTEN TODESFALLZAHLEN DURCH COVID-19 - STAND 19.10.2020

Bild 4) (Datenquelle: Johns Hopkins University's GitHub ServiceDie Grafik zeigt die Todeszahlen für Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Russland, Brasilien, Indien und den USA im Vergleich.

 

BILD 5 - ENTWICKLUNG DER REGISTRIERTEN TODESFALLZAHLEN BEZOGEN AUF DIE BEVÖLKERUNGSZAHL DURCH COVID-19 - STAND 19.10.2020

Bild 5) (Datenquelle: Johns Hopkins University's GitHub ServiceDie Grafik zeigt die relativen Todeszahlen bozogen auf die Bevölkerungszahl für Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Russland, Brasilien, Indien und den USA im Vergleich.

 

MAßNAHMEN, DIE UNS ALLE SCHÜTZEN

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PERSÖNLICHE EINSCHÄTZUNG

(Stand 19.102020)

Deutschland debattiert über den richtigen Ton in der Corona-Debatte. Der Kanzlerin wird vorgeworfen, Schreckensszenarien zu verbalisieren. Ich finde, Frau Merkel hat mit Ihrer direkten Ansprache an die Bürger im Rahmen Ihres Podcasts genau den richtigen Ton getroffen. Die Lage ist ernst und es bedarf eines Aufrufs zur Disziplin und zur Vorsicht. Entgegen vieler anderer öffentlich geäußerten Meinungen, empfinde ich dies keinesfalls als kein Angriff auf den Förderalismus in unserem Land, im Gegenteil. Der Über- bzw. Unterbietungswettbewerb einzelnder Bundesländer verbietet sich, angesichts der Krise. Jetzt gilt es, gemeinsam zu handeln. Nichts anderes hat die Kanzlerin deutlich gemacht.

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(Stand 12.10.2020)

In Deutschland gibt es berechtigte Befürchtungen, dass die Corona-Pandemie nicht mehr kontrolliert werden kann. Nach einem Peak in den letzten Tagen von fast 5000 Neuinfizierten pro Tag sinkt die Zahl heute wieder. Wichtig ist, dass die Schutzmaßnahmen gut kommuniziert und konsequent eingehalten werden. Im Vergleich zu allen Nachbarstaaten hat Deutschland die Pandemie im Griff. 

Die Vereinigten Staaten, Brasilien und Indien sind weit von einer Kontrolle der Pandemie entfernt. Ich sehe auch wenig Wille und wenig Chance, die Pandemie in diesen Ländern noch einzudämmen. 

Die sehr einfache, aber leider wohl nur theoretische Möglichkeit, dass die Weltbevölkerung - bis auf ein überlebensnotwendiges Minimum - für 14 Tage innehält und so das Virus nachhaltig und restlos ausrottet, ist erstens nicht durchzusetzen, wird aber zweitens interessanterweise auch gar nicht diskutiert, weder im Kleinen noch im Großen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies die mit Abstand kostengünstigste Möglichkeit wäre, das Virus loszuwerden. Es zeigt, wie inadäquat wir als Weltgemeinschaft im Stande sind,  auf globale Probleme zu reagieren.

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(Stand 16.09.2020)

In Indien sind die täglichen Neuinfektionen heute sprunghaft auf über 1.7 Mio Menschen angestiegen. Wir kennen solche Phänomene bereits aus der Dynamik in anderen Staaten. Dennoch, die schiere Zahl der Betroffenen ist erschreckend.

In Deutschland versucht man dem steigenden Trend der Neuinfektionen entgegen zu steuern. Ob die eingeschränkte Wiederöffnung von Fußballstadien und weiterer Veranstaltungen der richtige Weg ist, wird sich zeigen. Ich halte diesen Weg für problematisch, weil er uns noch dichter heranführt an die kritischen Punkte der flächendeckenden exponentiellen Dynamik, die die Ausbreitung des Virus bestimmen.

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(Stand 12.09.2020)

Das Infektionsgeschehen in Deutschland ist nach wie vor unter Kontrolle aber nicht stabil.

In Spanien und in Frankreich hat man das Infektionsgeschehen derzeit nicht mehr unter Kontrolle. Es wird in diesen Ländern mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem zweiten Lockdown kommen.

In Indien gibt es fast 100000 Neuinfizierte jeden Tag. Bei der Bevölkerungszahl des Landes von mehr als 1,38 Mrd Menschen ist das zwar nur 0.0072 Prozent, aber die Dynamik ist nach wie vor rein exponentiell ohne Dämpfung. Das heißt, Indien steht immer noch am Anfang des Infektionsgeschehens. Was das mit der Demokratie in diesem Land macht ist schwer zu beurteilen. 

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(Stand 08.09.2020)

Die Situation in Deutschland ist zwar noch unter Kontrolle, jedoch beobachtet man  kontinuierlich wachsende Tag-zu-Tag Zuwächse in den letzten vier Wochen (Trend). Da das Virus nun in der Fläche Deutschlands verbreitet ist, besteht eine erhöhte Gefahr, dass es zu vielen lokalen Ausbruchsherden kommt. Die Gesundheitsämter sind alarmiert und unternehmen große Anstrengungen, diese Dynamik zu verhindern.

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(Stand 17.08.2020)

Die Lage in Deutschland ist stabil, aber es bedarf weiterhin großer Vorsicht, was die Ausbreitung der Pandemie angeht, weil das Virus nun flächendeckend in der Republik angekommen ist. Nur mit Disziplin und gemeinsam können wir die Zahlen in Deutschland dauerhaft niedrig halten. 

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(Stand 13.08.2020)

Die Tag-zu-Tag Differenzen in Deutschland nehmen zu. Das Problem ist nicht die Absolutzahl von 1319, sondern dass die Ausbruchsereignisse nun in der Fläche stattfinden und nich auf wenig Hotspots begrenzt sind. Schon vor Monaten haben Experten vor diesem Szenario gewarnt. Wir haben es selbst in der Hand, das Virus durch Disziplin im Täglichen einzudämmen. Die Bekämpfung der Pandemie ist und bleibt ein Langstreckenlauf.

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(Stand 10.08.2020)

Die COVID-19 Pandemie entwickelt sich global zu einer schweren Krise, weil es nicht gelingt und/oder der politische Wille fehlt, die weitere Ausbreitung des Erregers durch geeignete Schutzmaßnahmen verhindern.

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(Stand 13.07.2020)

Während Deutschland weiterhin die Pandemie kontolliert wird die Lage in Brasilien, den USA und Indien immer dramatischer. Man muss hin und wieder daran erinnern, dass wir - global gesehen - erst am Anfang dieser Pandemie stehen. Die massiven Herausforderungen kommen erst noch. Das Virus wird uns zwingen, viel, viel kleinere und Gesellschaftsstrukturen zu entwickeln. Die überwiegende Mehrheit der Wissenschaft mahnt schon lange zu einem radikalen Umdenken. Mega-Ballungsräume und die globale Industrialisierung sind keine resilienten Strukturen.

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(Stand 10.07.2020)

Deutschland kontrolliert weiterhin die COVID-19 Pandemie souverän. Die Menschen verhalten sich solidarisch und diszipliniert. Es gibt eine Warn-App, die gut angenommen wird. 

Aus Großbritannien kommen Berichte über volle Pubs, in denen Mund-Nasenschutz keine Rolle spielt - und das, obwohl Großbritannien von den hier betrachteten Ländern - bezogen auf die Bevölkerungszahl - die höchsten Todeszahlen verzeichnet. Was lässt Menschen kollektiv so unvernünftig und unsolidarisch handeln?

In Serbien gehen die Menschen auf die Straße, um gegen die Einschränkungen zu protestieren. Abstandsgebote werden ignoriert.

Der brasilianische Präsident Bolsonaro ist an COVID-19 erkrankt, macht aber weiter mit seiner Politik des Herunterspielens der Pandemie. 

In Israel wütet eine zweite COVID-19 Welle.

Der Großraum Melbourne in Australien muss in den zweiten Lockdown.

Kaum Zahlen und Berichte aus unserem Nachbarkontinent Afrika. 

Die Gesamtsituation bewertend lässt sich eigentlich nur feststellen, dass der Mensch als Gesamtpopulation im Wesentlichen unfähig ist, auf strukturelle Veränderungen (egal, ob hausgemacht oder nicht) angemessen zu reagieren. Dieses Muster zeigt sich auch im Umgang mit weiteren Krisen, die gerade parallel ablaufen, wie der Klimawandel, der massive Artenschwund, die Überbevölkerung, der massive Recourenabbau, die globale Umweltverschmutzung. Weitere Krisen stehen in der Warteschleife, wie zum Beispiel der Umgang mit den Thema Neutralisierung radioaktiver Materialien. Alles zusammen betrachtet verhalten wir uns nicht gerade klug im Sinne unseres evolutionären Grundanliegens - Überleben.

Sind die Strukturen, die wir uns selbst geschaffen haben zu groß und zu komplex um in mit ihnen resillient zu leben? Wie könnte es anders gehen?

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(Stand 05.07.2020)

Die Lage in Deutschland bleibt stabil und unter Kontrolle. Indien verzeichnet sehr hohe Tag-zu-Tag Zuwächse.

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(Stand 02.07.2020)

In den USA werden den 3. Tag in Folge Höchstzahlen der Tag-zu-Tag Zuwächse an Infektionen registriert. Gerade in den Südstaaten ist das Virus nun angekommen. Ich mache mir große Sorgen, um den Weiterbestand demokratischer Strukturen in diesem Land. In vier Monaten soll es Präsidentschaftswahlen geben. Ich halte es für denkbar, dass die derzeitige Administration gerade deshalb alles tut, um die Situation zu eskalieren. Widersinnig? Vielleicht. Aber wäre Chaos im Land nicht ein vortrefflicher Grund, die Wahlen gar nicht erst stattfinden zu lassen? 

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(Stand 29.06.2020)

Die Situation in Deutschland bleibt im Wesentlichen stabil. Auch in den anderen europäischen Ländern stabilisieren sich die Neuzuwächse, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau. 

Hingegen zeigen die Daten aus den USA und aus Brasilien ein desaströses Bild. Aus Indien kommen auch alarmierende Zahlen, 548318 Infizierte und 16.475 Tote durch COVID-19. Wie sich die Lage in Afrika gestaltet, lässt sich nur grob schätzen, weil es in vielen Ländern kaum institutionelle Strukturen gibt, die entsprechende Zählungen durchführen. Experten gehen deshalb von einem mehr oder weniger unkontrolliertem Durchlaufen der Pandemie aus, New York Times Artikel vom 17.05.2020.

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(Stand 28.06.2020)

Deutschland hat die Situation nach wie vor unter Kontrolle. Das ist erfreulich. Es zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen in unserem Land solidarisch handeln können, indem sie die Ausbreitung des Virus durch entsprechendes Verhalten verhindern. 

In den USA und in Brasilien erleben wir eine Katastrophe - in Zeitlupe möchte man meinen. Wie lange können Gesellschaften solchen Beanspruchungen trotzen? Ich bin kein Soziologe, sondern Physiker. Aber ich erinnere mich noch sehr gut an die Ereignisse 1988/89 in der DDR. Damals erhofften immer mehr Menschen eine gesellschaftliche Wende. Nur wenige glaubten tatsächlich daran - in Ost und West. Und noch weniger Menschen hatten den Mut, auf die Straße zu gehen und den Einschüchterungsversuchen des Regimes Paroli zu bieten - oft unter extremen persönlichen Opfern, die bis heute nachwirken. Sicherlich sind gesellschaftliche Krisen spezifisch und nur bedingt untereinander vergleichbar. Dennoch ist ihnen auch einiges gemein, z.B. dass manche die Zeichen der Zeit einfach nicht erkennen, ja leugnen. Zum anderen, dass in Ideologie erstarrte Machtstrukturen sehr plötzlich - eruptiv - in sich zusammenfallen können, wenn kritische Punkte überschritten werden. Was diese kritischen Punkte sind, ist im Geschehen selbst oft nicht ganz klar zu benennen. Sicherlich ist aber die Ignoranz gegenüber der eigenen Bevölkerung ein solcher.

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(Stand 27.06.2020)

Nach ca. einem halben Jahr COVID-19 Pandemie sind die weltweiten Zahlen so aussagekräftig, dass man seriös eine Letalität angeben kann. Letalität=Anzahl der Toten durch das Virus im Verhältnis zur Anzahl der Infektionen. Die liegt - global - derzeit bei ca. 0.05, also bei ca. 5% Prozent. Das entspricht von der Größenordnung in etwa der Pandemie der sogenannten "Spanischen Grippe" von 1918, die ja ihren Ursprung bekanntlich nicht in Spanien, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach im Fort Riley in Kansas, USA hatte. Da die Datenlage für die Spanische Grippe sehr lückenhaft ist, schwanken die Zahlen zwischen 3% und max. 10% Letalität.

Allerdings muss man bei der Letalität grundsätzlich die Dauer von der Infektion bis zum Tod berücksichtigen. Diese Zeit beträgt heute nach vorsichtiger Schätzung im Mittel 4 Wochen.

Im Bericht der WHO-China Joint Mission on Coronavirus Disease 2019“ wird berichtet, dass milde Fälle im Mittel (Median) einen Krankheitsverlauf von zwei Wochen haben und schwere von 3–6 Wochen.

Legt man die globalen Infektionszahlen von vor 4 Wochen zugrunde, (ca. 5.6 Mio Infizierte) und setzt sie mit den heutigen Todeszahlen ins Verhältnis (und berücksichtigt somit die zeitliche Verzögerung), so ergibt sich eine korrigierte globale Letalität für das SARS-CoV-2 Virus von von ca. 0.088, also von 8,8%. Mit anderen Worten, wir befinden uns mit der Gefährlichkeit der COVID-19 Pandemie im oberen Bereich dessen, was wir über die Spanische Grippe wissen.

Dies sind natürlich akademische Zahlenspiele für all jene, die einen lieben Menschen durch COVID-19 verlieren. Das sollte man nie vergessen! Jede(r) Tote ist ein persönlicher Verlust für andere, mit weitreichenden Folgen. Deshalb Maske tragen um andere und sich zu schützen. Das ist ein Stück Solidarität, das fast jeder und jede beitragen kann.

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(Stand 24.06.2020)

Deutschland muss aufpassen, dass es seine Kontrolle über die Pandemie nicht verliert. Der 14-Tage Trend zeigt einen Anstieg (ca. 43 Neuinfizierte pro Tag). Konsequentes Handeln ist in den neuen Hotspots angezeigt.

In den USA steigen die Zahlen weiter massiv an. Auch der 14-Tage Trend zeigt steil nach oben (durchschnittlich 953 Neuinfizierte pro Tag). Keine Naturkatastrophe, sondern eine politische Katastrophe. Ähnliches gilt für Brasilien mit dem 14-Tage Trend von durchschnittlich 273 Neuinfizierten pro Tag.

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(Stand 21.06.2020)

Die Zahlen für Deutschland bleiben derzeit im Wesentlichen auf niedrigem Niveau. Der zweite signifikante Peak vorgestern bleibt mit 1213 Neuinfektionen noch im kontrollierbaren Bereich. Allerdings sollte das die Ausnahme bleiben.

In Brasilien und in den USA nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Diese Länder sind weit davon entfernt, die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen.

In Schweden sieht es - bezogen auf die Bevölkerungszahl - auch nicht besonders gut aus.  

Großbritannien muss sehr viele Tote beklagen - bezogen auf die Bevölkerungszahl. Ich hoffe inständig, dass sich dieses Land noch einmal besinnt und in der EU bleibt.

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(Stand 16.06.2020)

Heute startet die Corona-Warn App in Deutschland. Ich bin zuversichtlich, dass viele Menschen diese nutzen werden. 

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(Stand 15.06.2020)

Das Auf und Ab der Neuinfektionen in Deutschland auf relativ niedrigem Niveau hält an. Heute werden die Einreisebeschränkungen in den meisten EU-Staaten aufgehoben. Man wird sehen, wie sich das auf die Zahlen auswirkt.

In Atlanta, USA hat es wieder einen Mord an einem Afroamerikaner gegeben. Immer mehr Menschen gehen auf die Straße. Wir erleben die größten Proteste in den USA seit Martin Luther King.

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(Stand 13.06.2020)

Ein bisschen ist es wie ein Spiel mit dem Feuer. Wir gehen aus dem Lockdown und schauen, was passiert. Die Zahlen der Neuinfektionen in Deutschland bleiben derzeit weit unter 1000. Dennoch müssen wir achtsam bleiben und die Lage genau im Blick behalten. Das Ende des Lockdowns tut den Menschen gut, dem Klima weniger. Der Stadtverkehr ist wieder in vollem Gange. Wie schade, es wäre eine Chance gewesen, endlich eine echte Verkehrswende einzuleiten. Beim nächsten Ereignis dieser Art werden wir weniger Handlungsspielraum haben, das ist sicher.

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(Stand 10.06.2020)

In Deutschland steigen die Infektionszahlen den dritten Tag in Folge, bleiben aber unter dem Wert 400. Deutschland hat die Situation unter Kontrolle.

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(Stand 05.06.2020) 

In Deutschland und in den europäischen Ländern mit evidenzbasiert handelnden Regierungen werden milliardenschwere Konjukturprogramme beschlossen, um die Folgen des Lockdowns abzufedern. 

Die Entwicklungen in Brasilien kann man nicht anders als katastrophal bezeichnen. Die Folgen des destaströsen Krisenmanagements von Regierungschef Bolzonaro und seiner Regierung werden uns alle treffen, denn der Tropenwald Brasiliens stirbt und damit unser aller grüne Lunge.

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(Stand 02.06.2020)

Deutschland scheint die Pandemie gut unter Kontrole zu haben. Die Tag-zu-Tag Differenzen sinken den dritten Tag in Folge.

Katastrophal kann man dagegen die Entwicklungen in den USA und in Brasilien bezeichnen. Diese Länder werden von ihren Regierungen in eine strukturell unsichere Zukunft gesteuert. 

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(Stand 01.06.2020)

In den USA gibt es mittlerweile in mehr als 40 Städten Aufstände und Proteste. Ganze Viertel stehen in Flammen. Die Nationalgarde hat den größten Einsatz seit Bestehen. Sehen wir hier das Ende der Vereinigten Staaten von Amerika? So weit würde ich (noch) nicht gehen. Aber ich schätze die Lage als äußerst Fragil ein.  

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(Stand 30.05.2020)

Die Tag-zu-Tag Differenzen in Deutschland steigen wieder. Ist das die zweite Welle? Vielleicht. 

Ich mache mir Sorgen um die Situation in den USA. Ist der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt? Ich rechne schon seit Wochen mit Unruhen in dem Land. Man wird sehen wie sich das entwickelt. Auf jeden Fall wird die Situation in den USA eine harte Probe für die Demokratien in der westlichen Welt. Ohne Solidarität in Europa, werden wir die Krisen der Zukunft nicht bestehen.

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(Stand 29.05.2020)

In Deutschland beobachten wir seit einer Woche ein Auf und Ab der Tag-zu-Tag Differenzen auf relativ niedrigem Niveau. Das klingt erst einmal beruhigend. In der Nichtlinearen Dynamik würde man eine solche Entwicklung möglicherweise als Intermittenz deuten, also eine zeitlich begrenzte, scheinbar regulär verlaufende Dynamik zwischen zwei divergierenden oder chaotischen Verhaltensweisen. Für mich fühlt es sich tatsächlich ein bisschen so an - eine trügerische Ruhe inmitten eines Sturms. Alles wartet auf die zweite Welle. 

Man kann die Daten auch als alternierendes Abklingverhalten deuten. Dann hätten wir die Krise im Wesentlichen hinter uns.

Jedoch ist mit flächendeckend niedrigen Fallzahlen einer exponentiellen Dynamik kein Frieden zu schließen. Es bleibt eine exponentielle Dynamik. Daher ist es richtig und geboten, weiter diszipliniert und vorsichtig zu sein. Das ist unser neuer Alltag.

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(Stand 26.05.2020)

Es stimmt mich hoffnungsvoll, dass die Tag-zu-Tag Differenzen wieder signifikant sinken - insbesondere nach dem Peak vor einer Woche, welcher wohl auf die ersten Lockerungen am 20.04. zurückgeht. Es scheint, als hätte Deutschland die Kontrolle über die Dynamik des Ausbreitungsgeschehens des COVID-19 Virus erlangt. Das wäre ein Verdienst aller vernünftigen Bürger dieses Landes.

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(Stand 23.05.2020)

Nach dem Peak ist vor dem Peak. Heute steigen die Tag-zu-Tag Differenzen wieder moderat an. Das war zu erwarten. Systeme mit zeitlicher Verzögerung sind sehr tückisch, was die Reaktion auf deren Dynamik angeht. Wir sind es nicht gewohnt mit zeitlichem Delay umzugehen. Sehr schwierig für Entscheidungsträger.

Ein Beispiel: Man stelle sich eine Unterhaltung vor, bei dem die/der Eine immer auf die vorletzte Frage der/des Anderen reagiert. Probieren Sie es mal mit guten Bekannten und Freunden aus. Sie werden sehen, dass die Kommunikation sehr schnell holperig wird. Probieren Sie es mal mit Menschen, die Sie nicht kennen. Genau, die werden Sie für verrückt halten und Sie sehr wahrscheinlich bald ignorieren. Der Fairness halber sollten Sie das Experiment am Ende auflösen.

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(Stand 21.05.2020)

Zu dem beobachteten Peak in den Tag-zu-Tag Differenzen:

Die Frage ist, ob es der Peak der ersten Lockerungen ist (vom 20.04.2020) oder der Peak, der die Lockerungen der letzten Woche darstellt? Das ist aus den Daten schwer erkennbar.

In der Nichtlinearen Dynamik kennt man sogenannte adaptive retardierte Systeme. Das sind Systeme, die die Dauer ihres zeitlichen Verzugs (Retardierung) anpassen (adaptieren) und zwar abhängig von der momentanen Dynamik. Es gibt Hinweise dafür, dass die Pandemieentwicklung in Deutschland ein solches System ist. Die Verlangsamung der Ausbreitungsdynamik führt zu längeren intrinsischen Zeitskalen, wie z.B. der Verdopplungszeit, aber auch zu längeren Reaktionszeiten des Systems.

Wenn wir es in Deutschland mit einem solchen System zu tun haben, dann bildet der jetzt beobachtete Peak die Lockerungen vom 20.04.2020 ab. Das würde zweierlei bedeuten:

1.) die Retardierung der Dynamik hat in den letzten 6 Wochen zugenommen.

2.) Wir müssen weitere Peaks erwarten.

Beide Nachrichten sind nicht gerade positiv.

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(Stand 19.05.2020)

Deutschland kann heute die bislang niedrigsten Tag-zu-Tag Zuwächse verzeichnen, nämlich 182 neuinfizierte Menschen. Es sieht so aus, als hätten wir durch die Einführung der allgemeinen Maskenpflicht in Geschäften, Ämtern und öffentlichen Verkehrsmitteln den entscheidenen Schritt in der Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen SARS-CoV2 Virus vollzogen. Die etwa wöchentliche Periodizität in den Daten der Zuwachszahlen für Deutschland ist nicht mehr ausgeprägt. Man kann daraus schließen, dass wir derzeit in eine neue Dynamik übergehen, eine, bei der es wieder möglich wird, jede Infektionskette lückenlos nachzuvollziehen, also Phase I der Pandemie.

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(Stand 17.05.2020)

Die neue Studie des ifo-Instituts (ifo) und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), erschienen am 12.05.2020: Das gemeinsame Interesse von Gesundheit und Wirtschaft: Eine Szenarienrechnung zur Eindämmung der Corona- Pandemie ist eine interessante Studie, die man lesen sollte. 

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(Stand 15.05.2020)

Die Tag-zu-Tag Zuwächse in Deutschland sinken heute auf den niedrigsten Wert seit Ausbruch der COVID-19 Pandemie. Das stimmt mich hoffnungsvoll. 

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(Stand 14.05.2020)

Jetzt werden nach und nach die innereuropäischen Grenzen geöffnet. So sehr ich das vom europäischen Gedanken her auch begrüße, bin ich doch skeptisch, ob das nicht alles etwas zu schnell passiert. Ein Rückfall würde uns in unserem gesamtgesellschaftlichen Bemühen um Wochen zurückwerfen.

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(Stand 13.05.2020)

Die Datenlage für Deutschland lässt eigentlich hoffen, dass wir es schaffen, in Phase I der Pandemie zurückzukehren. Zur Erinnerung: Phase I war die Situation, in der es den Gesundheitsämtern gelingt, jede Infektionskette lückenlos nachzuverfolgen. Es gibt aber auch Stimmen, die uns erklären, warum wir uns durch die jetzt beschlossenen Lockerungen von dieser Phase I wieder entfernen. Ich tendiere - wie die Kanzlerin - tatsächlich auch dazu, die Lockerungen zu diesem Zeitpunkt als verfrüht zu bewerten. Zwei bis drei Wochen später, wären wir auf der sicheren Seite. Das erklärt und begründet die Physikerin Vera Priesemann vom Max Planck Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Wir werden sehen, ob die Maskenpflicht und die Disziplin der Bürger uns dennoch auf die sichere Seite bringt, nämlich dauerhaft weit unter 1000 täglichen Neuinfektionen zu bleiben. 

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(Stand 10.05.2020)

Wir in Europa verpassen gerade die Chance, etwas wirkliches Großes zu entwickeln, nämlich eine solidarische Nachhaltigkeitsgesellschaft. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die jetzt beschlossenen flächendeckenden Öffnungen genau zu dem führen werden, was die Epidemiologen so sehr befürchten, nämlich eine zweite Welle. Inzwischen wird sich das Virus verändert haben und am Beispiel der Spanischen Grippe 1918 kann man studieren, wie verheerend eine Pandemie unter veränderten Bedingungen werden kann, wenn man nicht konsequent handelt. In gewisser Weise empfinde ich COVID-19 sogar noch gefährlicher als Influenza Subtyp A/H1N1 - nicht wegen der Todesraten - sondern wegen der langen Inkubationszeit und den zum Teil symptomlosen Verläufen. Dies verdeckt die Gefährlichkeit erheblich und fördert die Sorglosigkeit in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Man wird sehen, wie sich das weiter entwickelt. Ich schätze, dass wir in 3 bis 6 Wochen wieder einen Lockdown haben. Genau diese Situation gilt es eigentlich zu verhindern. 

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(Stand 05.05.2020)

Welch schönes Datum. Gut ist auch die Datenlage für Deutschland. Seit 5 Tagen schaffen wir es, die Tag-zu-Tag Zuwächse zu senken. Man wird sehen, ob wir das halten können, bei weiteren Lockerungen, die jetzt in Kraft treten.

Auch Spanien sieht langsam Licht am Ende des Tunnels. Trotz sehr hoher Infektionszahlen kann Spanien die Neuzuwächse senken. Auch Italien beschreitet diesen Weg. 

Großbritannien und die USA verzeichnen ebenfalls sinkende Zuwächse- den dritten Tag in Folge. Immerhin.

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(Stand 03.05.2020)

Ein ganzes Land wünscht sich wieder die Normalität zurück. Das ist auf den Straßen regelrecht spürbar. Aber was würde das bedeuten? Es würde die Rückkehr zum Wirtschaftswachstum um jeden Preis bedeuten, oder prägnanter formuliert es würde bedeuten, den Klimawandel weiter zu befeuern. Ein fataler Irrglaube, dass wir uns dies tätsächlich zurückwünschen, denn ein "Weiter so" zerstört mit Sicherheit unsere Lebensgrundlage auf diesem Planeten. Wir alle müssen das System der Zerstörung stoppen und durch ein nachhaltiges Wirtschaften ersetzen. Wir können das, indem wir unseren Konsum drastisch zügeln. Wir können das, indem wir in ein faires, solidarisches Wirtschaften übergehen, mit Werten, die sich am Gemeinwohl orientieren, die eine echte Wertschöpfung wiederspiegeln. Ein Wirtschaften, das die gesamte Wertschöpfungskette beinhaltet, nämlich auch den Ressourcenverbrauch und die Entsorgung. Was ist eigentlich so schlimm daran, dass wir das nicht wagen? Wenn wir zu träge sind für diesen Wandel, dann sollten wir uns vielleicht mal fragen, wer oder was uns so träge werden lässt, dass wir uns nicht mehr um unsere ureigenen Angelegenheiten kümmern?

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(Stand 02.05.2020)

Die Daten für Deutschland lassen vermuten, dass wir die Kontrolle über das Ausbreitungsgeschehen der COVID-19 Pandemie in unserem Land erlangt haben. In den Daten finden sich bislang keine signifikanten Auswirkungen der am 20.04. beschlossenen Lockerungen wieder. Daher wird nun über weitere Lockerungen der Kontaktbeschränkungen nachgedacht. Die Gefahr einer zweiten Welle wird von den Experten immer wieder benannt. Warum ist eine zweite Welle denn so viel gefährlicher?  

Zu Anfang der Pandemie gab es nur wenige Ausbreitungsherde in Deutschland, Stockdorf (Webasto, Oberbayern), Heinsberg (NRW), Tirschenreuth (Oberpfalz) und Pfedelbach (Hohenlohekreis). Heute ist die Situation eine völlig andere, denn das Virus ist flächendeckend in der Gesellschaft angekommen. Würde man jetzt zu schnell die Kontaktbeschränkungen aufheben, dann hätte man es mit sehr vielen Ausbreitungsherden gleichzeitig zu tun. Das wäre kaum kontrollierbar.

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(Stand 01.05.2020)

Die Datenlage für Deutschland lässt hoffen. Wir gewöhnen uns an die Kontaktbeschränkungen, an den Mund-Nasen-Schutz und finden in einen neuen Alltag zurück. Weltweit haben die Emissionen signifikant nachgelassen, weil große Teile der Wirtschaft still stehen.

Wenn es noch eines Beweises für den menschlichen Einfluss auf die Verschmutzung der Erdatmosphäre bedurft hätte, diese Krise zeigt es deutlich.

Die Emissionen während des globalen Shutdowns der Wirtschaft gehen massiv zurück. Hier der Link zur Europäischen Raumfahrt Agentur ESA mit animierten Satellitendaten, auch für Ostasien.

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(Stand 29.04.2020)

Zitat: [...] Die weltweiten Krisen in Umwelt und Gesellschaft sind kein Zufall. Sie offenbaren, wie wir mit uns und dem Planeten umgehen, auf dem wir leben. Wenn wir diese Krisen meistern wollen, müssen wir uns die Regeln bewusst machen, nach denen wir unser Wirtschaftssystem aufgebaut haben. Erst wenn wir sie erkennen, können wir sie auch verändern - und unsere Freiheit zurückgewinnen. [...]

(Maja Göpel, Unsere Welt neu denken - Eine Einladung)

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(Stand 27.04.2020)

Ich habe in den Tagesthemen von gestern Abend ein Interview mit dem VW-Konzernchef Dr. Herbert Diess gehört. VW fährt die Produktion wieder hoch, Audi und Daimler ebenfalls. Die Konzernspitzen fordern staatliche Fördergelder um Kaufanreize zu schaffen. Bei allem Verständnis für die vielen Arbeitsplätze der Angestellten in den weitverzweigten Lieferketten der Automobilindustrie, hier wird gerade die historische Chance verspielt, unsere Wirtschaft zu erneuern und resilient zu machen gegen zukünftige Umwägbarkeiten.

Das wäre jetzt dringend geboten. Experten mahnen schon seit Jahren, zum Beispiel der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen WBGU. Stattdessen sollen die Bürger wieder die alten Modelle Diesel und Benziner kaufen. So viel lächelnde Inkompetenz hätte ich in einem Großkonzern wie VW nicht vermutet. Sicherlich baut man so einen Konzern nicht in einem Jahr um. Aber die wollen auch gar nicht. Die denken in Renditen und nicht in Richtung Nachhaltigkeit und Nullwachstumsgesellschaft. 

Wie lange wollen wir uns das eigentlich noch gefallen lassen?

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(Stand 26.04.2020)

Die Lockerung der Kontaktbeschränkungen in Deutschland hat noch keine sichtbaren Auswirkungen auf die Daten. Das kann am zeitlichen Delay der Datenerhebung liegen.

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(Stand 25.04.2020)

Aus aktuellem Anlass möchte ich heute noch einmal meine Gedanken für ein resilienteres Gesellschaftsmodell zur Diskussion stellen:

Wenn man die weltweite Entwicklung der Pandemie COVID-19 beurteilt, wird klar, dass das erst der Anfang einer massiven global-gesellschaftlichen Umwälzung ist. Ich sehe darin nicht nur Bedrohungen, sondern vor allem Chancen: 

Diese Liste beginnt gerade erst, ist zugegebenermaßen sehr unvollständig und wird ständig erweitert:

Konkrete Vorschläge sind herzlich willkommen.

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(Stand 24.04.2020)

Derzeit hat kein Land mehr Tote zu beklagen als die USA. Allein in New York sind fast 17000 Menschen offiziell durch COVID-19 gestorben. Insgesamt haben die USA Stand heute fast 50000 Tote durch COVID-19. Sollte uns das Sorgen machen? Ein Blick in die Statistik: 2019 sind in den USA ca. 2.722 Mio Menschen gestorben. 50000 Menschen entsprächen einem Anteil von 1.83 % an allen Verstorbenen eines Jahres (des Vorjahres). Das klingt nach nicht so viel. Extrapoliert auf's ganze Jahr -  mit der sehr konservativen Annahme dass in jedem Quartal 50000 Menschen an COVID-19 sterben werden - wären das 5.5% aller Verstorbenen. Ich finde das schon ziemlich hoch für eine einzelne Todesursache. Zur Einordnung der Zahlen: 2018 wurden in den USA ca. 55000 Menschen durch Schusswaffen verletzt oder starben an den Folgen von Schusswaffengebrauch. 

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(Stand 23.04.2020)

Ich habe ein interessantes Videogespräch zwischen Prof. Johan Rockström, Direktor des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und Greta Thunberg in die Linksammlung gestellt.  

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(Stand 22.04.2020)

Die Entwicklungen in den USA kann man nur als desaströs bezeichnen. Wie schon oft bemerkt, stehen wir am Anfang der Pandemie. Mir fehlt daher ein bisschen die Fantasie, wie die USA diese Entwicklungen händeln wollen, ohne eine substantielle Transformation durchzumachen. 

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(Stand 21.04.2020)

Tag 2 der Lockerungen der Kontaktbeschränkungen. Der kleine Einzelhandel ist wieder geöffnet. Man wird das sicher in den Daten der nächsten Tage sehen und erst dann beurteilen können - ein Experiment. 

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(Stand 19.04.2020)

Einer meiner Kollegen machte mich gestern darauf aufmerksam, dass heute wohl der vorläufig letzte Tag sein wird, an dem wir eine verkehrs- und besucherfreie Innenstadt von Hamburg erleben können. Viele Menschen, die ich in den letzten Tagen gesprochen habe, auch in anderen Städten und Ländern haben ähnliche Gedanken und fast scheint es, dass dabei etwas Melancholie mitschwingt. Nicht wenige empfanden die Entschleunigung der letzten Wochen als wohltuend - trotz aller Einschränkungen und trotz aller Schwierigkeiten, den Alltag neu zu organisieren. Es liegt an uns, diese Erfahrung zu bewerten und daraus neue Regeln des Zusammenlebens abzuleiten. Jetzt ist jedenfalls der richtige Zeitpunkt dafür.

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(Stand 18.04.2020)

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Datenlage für Deutschland nun mit den beschlossenen Regeländerungen darstellen wird.

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(Stand 15.04.2020)

Die Zahlen in Frankreich sind wirklich schräg. Kein anderes europäisches Land zeigt eine solch seltsame Datenlage.

Die derzeit amtierende US-Administration macht das Vorhersehbare. Sie wälzt die Verantwortung bei anderen ab. Diesmal ist es die WHO. Mal schauen, wer es morgen ist. 

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(Stand 14.04.2020)

Ich bin gespannt, wie die Regierungen der einzelnen Bundesländer die Stellungnahme der Leopoldina interpretieren und umsetzen. Die Vorgaben und vor allem die Reihenfolge sind sehr klar formuliert.

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(Stand 13.04.2020)

Nachtrag: Weil es für uns alle so wichtig ist zu wissen, wie es weitergehen kann, an dieser Stelle noch einmal die Bitte, sich 10-20 Minuten Zeit zu nehmen und die Dritte Stellungnahme der Leopolina zu lesen. Sie stellt - wie ich finde - eine fundierte und ausgewogene Handlungsanweisung für Mandatsträger und Bürger dar, auch wenn ich mir in Richtung Nachhaltigkeit  noch mehr Deutlichkeit gewünscht hätte. 

Die Daten der vergangenen 4 Wochen zeigen, dass die westeuropäischen Länder und auch die USA völlig von dem Ausmaß und der Wirkung der COVID-19 Pandemie überrascht wurden, obwohl das Expertenwissen darüber seit langer Zeit bekannt war. In den letzten Wochen haben die Regierungen und die Menschen - mehr oder weniger gut - gelernt, mit der Situation umzugehen. Die hastig eingeleiteten Maßnahmen zeigen jedenfalls Wirkung. Dennoch muss man sich klar machen, dass dies erst der Anfang der Herausforderung ist. Bislang wird in den betrachteten Ländern im Wesentlichen "nur" gegen die exponentielle Ausbreitung des Virus gekämpft, um die Gesundheitssysteme nicht zu überlasten. In Italien sind derzeit nur etwa 0.26% aller Menschen infiziert, in den USA sind ca. 0.17%, in Deutschland 0.15%. Herdenimmunität liegt bei etwa 2/3 aller Menschen, also ca. 60-70%. Eine nachhaltige Eindämmung der Pandemie kann es sehr wahrscheinlich nur mit geeigneten Impfstoffen für alle Menschen geben. 

Noch haben wir keine Ahnung, was die Pandemie in den vielen afrikanischen Staaten auslösen wird. Auch Indien, China und Russland sind große Unbekannte, ebenso wie Brasilien. 

Klar ist, es wird eines massiven Umbaus der Weltgemeinschaft bedürfen, um mit den Folgen der Pandemie umzugehen. 

Die im Wesentlichen auf die Vernetzung globaler Warenströme ausgerichtete Weltgemeinschaft benötigt eine völlig neue Form des Zusammenhalts. Das kann nur gelingen, wenn man vom Prinzip des ökonomischen Wachstums wechselt auf das Prinzip des ökologischen Ausgleichs. 

Die gute Nachricht ist, wir wissen, wie das umzusetzen ist. Wir müssen es nur tun.

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(Stand 12.04.2020)

Die Datenlage aller betrachteten europäischen Länder ist - den Umständen und den länderspezifischen Eigenheiten entsprechend - hoffnungsvoll. Von daher hier der Osterspaziergang von Johann Wolfgang von Goethe auf Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch:

 

Outside of the Gate

From the ice they are freed, the stream and brook,
    by the Spring's enlivening, lovely look;
    the valley's green with joys of hope;
    the Winter old and weak ascends back
    to the rugged mountain slope.
    From there, as he flees, he downward sends
    an impotent shower of icy hail
    streaking over the verdant vale.
    Ah! but the sun will suffer no white,
    growth and formation stir everywhere,
    twould fain with colours make all things bright,
    though in the landscape are no blossoms fair.
    Instead it takes gay-decked humanity.
    Now turn around and from this height,
    looking backward, townward see.
    Forth from the cave-like, gloomy gate
    crowds a motley and swarming array.
    Everyone suns himself gladly today.
    The Risen Lord they celebrate,
    for they themselves have now arisen
    from lowly houses' mustiness,
    from handicraft's and factory's prison,
    from the roof and gables that oppress,
    from the bystreets' crushing narrowness,
    from the churches' venerable night,
    they are all brought out into light.
    See, only see, how quickly the masses
    scatter through gardens and fields remote;
    how down and across the river passes
    so many a merry pleasure-boat.
    And over-laden, almost sinking,
    the last full wherry moves away.
    From yonder hill's far pathways blinking,
    flash to us colours of garments gay.
    Hark! Sounds of village joy arise;
    Here is the people's paradise,
    contented, great and small shout joyfully:
    "Here I am Man, here dare it to be!"

 

* * *

 

Les torrens et les ruisseaux s’affranchissent de leur glace, au regard doux et vivifiant du printems ; une heureuse espérance verdit dans la vallée ; le vieil hiver, qui s'affaiblit de jour en jour, se retire peu à peu vers les montagnes escarpées. C’est en vain qu’en sa fuite, il lance sur le gazon des prairies quelques regards glacés mais impuissans ; le soleil ne souffre plus rien de blanc en sa présence ; partout règnent À l’illusion, la vie ; tout s’anime sous ses rayons de couleurs nouvelles. Cependant prendrait-il en passant pour des fleurs cette multitude de gens endimanchés dont la campagne est couverte ? Détournons-nous donc de ces collines pour retourner à la ville. Par cette porte obscure et profonde se presse une foule toute bariolée : chacun anjourd’hui se montre avec plaisir au soleil : c’est bien la résurrection du Seigneur qu’ils fêtent, car eux-mêmes sont ressuscités. Échappés aux sombres appartemens de leurs maisons basses, aux liens de leurs occupations journalières, aux toits et aux plafonds qui les pressent, à la malpropreté de leurs étroites rues, à la nuit mystérieuse de leurs églises, les voilà rendus tous à la lumière. Regardez donc, regardez comme la foule se précipite dans les jardins et dans les champs ! que de barques joyeuses sillonnent le fleuve en long et en large !... et cette dernière qui s’écarte des autres  chargée jusqu’aux bords. Les sentiers les plus lointains de la montagne brillent aussi de l’éclat des habits. J’entends déjà le bruit du village ; c’est vraiment là le paradis du peuple ; grands et petits sautent gaîment : ici je me sens homme, ici j’ose l’être.

 

* * *

 

Paseo de Pascua

Del hielo libera corrientes y arroyos
    la preciosa y vivificante mirada de la primavera.
    En la laguna se enverdece la suerte de la esperanza.
    El viejo invierno, en su debilidad,
    se retiró a las montañas rugosas.
    Desde ahí manda, huyente, solo
    inconscientes aguaceros de hielo granoso
    en tiras sobre el corredor enverdeciente.
    Pero el sol no aguanta lo blanco.
    Por todas partes se mueve educación y lucha,
    todo lo quiere animar con colores.
    Pero en la cuenca faltan flores.
    Para ello se lleva personas limpiadas.
    ¡Voltéate, desde estas alturas
    ver hacia la ciudad!
    Del la hueca, oscura puerta
    surge una multitud colorida.
    A cada uno le gusta tanto solearse hoy.
    Celebran la resurrección del Señor,
    porque ellos mismos resucitaron.
    De casas bajas de apartamentos pesados,
    de bandas de trabajo y comercio,
    de la presión de hastiales y techos,
    de las calles con estrechez aplastante,
    de las iglesias de la venerable noche
    todos son llevados a la luz.
    Tan sólo mira, mira, cómo rápidamente la multitud
    se hace añicos en los jardines y campos,
    cómo el río a lo ancho y largo
    mueve algunas graciosas barcas,
    y, sobrecargado hasta el hundimiento,
    se aleja este último barco.
    Incluso desde el camino lejano de la montaña
    nos titilean vestimentas coloridas.
    Ya escucho el barullo del pueblo.
    Aquí está el verdadero cielo del pueblo.
    Satisfechos gritan los grandes y pequeños:
    ¡Aquí soy humano, aquí puedo serlo!

 

 * * * 

 

Osterspaziergang 

Vor dem Tor

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
    Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
    Im Tale grünet Hoffnungsglück;
    Der alte Winter, in seiner Schwäche,
    Zog sich in rauhe Berge zurück.
    Von dort her sendet er, fliehend, nur
    Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
    In Streifen über die grünende Flur.
    Aber die Sonne duldet kein Weißes,
    Überall regt sich Bildung und Streben,
    Alles will sie mit Farben beleben;
    Doch an Blumen fehlts im Revier,
    Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
    Kehre dich um, von diesen Höhen
    Nach der Stadt zurück zu sehen!
    Aus dem hohlen finstern Tor
    Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
    Jeder sonnt sich heute so gern.
    Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
    Denn sie sind selber auferstanden:
    Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
    Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
    Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
    Aus der Straßen quetschender Enge,
    Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
    Sind sie alle ans Licht gebracht.
    Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
    Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
    Wie der Fluß in Breit und Länge
    So manchen lustigen Nachen bewegt,
    Und, bis zum Sinken überladen,
    Entfernt sich dieser letzte Kahn.
    Selbst von des Berges fernen Pfaden
    Blinken uns farbige Kleider an.
    Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
    Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
    Zufrieden jauchzet groß und klein:
    Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

(Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)

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(Stand 11.04.2020)

Die Salami-Taktik mit der Frankreich die tatsächliche Datenlage im Land offenbart, spricht eine deutliche Sprache. Man würde jetzt mit Demonstrationen rechnen. Aber das geht wegen der Kontaktbeschränkungen und der Ausgangssperren nicht. Am Beispiel Frankreich offenbart sich, wie massiv die Eingriffe in die demokratischen Grundrechte sind. Darüber wird zu reden sein, auch bei uns. Wir brauchen zusätzliche wirksame Möglichkeiten der demokratischen Auseinandersetzung.

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(Stand 10.04.2020)

Schauen wir uns mal um. Ehrlich, in welchem Land möchte ich eine COVID-19 Pandemie durchstehen? Genau - in einem Land mit funktionierendem Sozialstaat, in einem Land mit einem Gesundheitssystem, dass im Kern keine Unterschiede macht. In einem Land mit einer unaufgeregten Führung, welche glasklare, abgewogene Ansagen in der Krise macht und die evidenzbasiert Entscheidungen trifft.

Die ersten beiden Punkte gehen ganz klar an uns alle, an unser aller tägliches Bemühen, eine funktionierende Gesellschaft zu gestalten. Ein schönes Gefühl in einer solch großen Solidargemeinschaft zu leben. Danke.

Man muss unsere Bundeskanzlerin nicht mögen. Aber den dritten Punkt würde ich mal ganz klar an Angela Merkel vergeben.

Ein frohes Osterfest allen Leserinnen und Lesern. 

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(Stand 09.04.2020)

In einigen europäischen Ländern werden jetzt Lockerungen der Maßnahmen angekündigt, auch in Deutschland. Das kann man machen, aber ich halte das für zu früh. Was wir unbedingt vermeiden sollten, ist ein JoJo-Effekt, das heißt ein Hoch- und Herunterfahren der Wirtschaft innerhalb weniger Wochen. Noch immer sehe ich kein europäisch synchronisiertes Vorgehen in dieser Situation. Das ist schade. 

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(Stand 08.04.2020)

Nachtrag: Recherchen in Frankreich haben ergeben, dass dort die Zählweise geändert wurde. Dazu auch eine Erklärung auf Worldometers.info:

Zitat:

NOTE ON FRANCE DATA:

On April 2, France reported 884 additional deaths that have occurred in nursing homes over the past days and weeks [source]. The French Government did not include these deaths in their official count, as their count only takes into consideration deaths of hospitalized patients. Following international standards of correct inclusion, our statistics will include these deaths, and will add them to the April 2, 2020 count following the attribution criteria of date of report. [...]

Zitatende.

Also kein pandemischer Schock, der seine Ursachen in der Dynamik der Infektionsausbreitung hat, sondern eine massive Diskontinuität in der Datenerhebung in Frankreich. Ich hatte so etwas ja bereits am 5. April vermutet. So etwas sorgt nicht gerade für Vertrauen in die, die dort in Frankreich Daten erheben und kommunizieren. Nun ja.

* * *

Die Daten für Frankreich scheinen meine Befürchtungen zu bestätigen, dass es dort einen pandemischen Schock gegeben haben könnte. Das sind - mehr oder weniger - plötzliche Ausbruchsereignisse, die durch eine extrem hohe Neuinfektionenzahl gekennzeichnet sind. In der Fachwelt kennt man solche Dynamiken. Zum Beispiel kann das plötzliche Auftreten einer extrem großen Artenvielfalt vor ca. 541 Mill. Jahren (kambrische Explosion) als ein solches Ereignis in der Evolutionsdynamik verstanden werden. 

Schockwellen treten in vielen nichtlinearen dynamischen Systemen auf, z.B. in Neuronalen Netzwerken, an Börsen, im Internet, oder als Überschall in der Luft. 

Die Beschreibung solcher Phänomene ist möglich, aber kompliziert und sprengt hier sicherlich den Rahmen. Wen das interessiert: hier ein paar einführende Links:

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(Stand 07.04.2020)

Seit einer Woche diskutiert man in Deutschland über den Ausstieg vom Lockdown. Seit mehr als einer Woche erklären und begründen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass das vorerst eine Illusion bleibt, zum Beispiel hier:

Warum die Corona-Pandemie ein Marathon ist: Sehr gut erklärt von Dr. rer. nat. Mai Thi Nguyen Kim.

oder hier:

Modellierung von Beispielszenarien der SARS-CoV-2- Epidemie 2020 in Deutschland

(Autoren Dr. Matthias an der Heiden und Dr. Udo Buchholz, Robert Koch-Institut, Abteilung für Infektionsepidemiologie, FG 34 für HIV/AIDS und andere sexuell oder durch Blut übertragbare Infektionen)

oder hier

Epidemic Calculator 

(Autoren Steven De Keninck, Chris Olah, Shan Carter, Ludwig Schubert, Nikita Jerschov, Charie Huang)

Wir werden uns auf eine längere Zeit strenger Kontaktbeschränkungen einstellen müssen. Ich rechne mit mindestens 3 weiteren Monaten, also bis mindestens Ende Juni. Hoffen wir, dass die Regierung und dass die Menschen das verstehen und mittragen. Dazu bedarf es einer ehrlichen Kommunikation hinein in alle Teile der Gesellschaft. Tragen wir mit dazu dabei!

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(Stand 06.04.2020)

Der plötzliche Anstieg der Fallzahlen für Frankreich scheint die tatsächlichen Gegebenheiten widerzuspiegeln. Das kann entweder heißen, dass Frankreichs Zählweise geändert wurde oder dass wir einen pandemischen Schock beobachten. Leider haben meine Recherchen in Frankreich bislang kein eindeutiges Bild für das eine oder das andere ergeben. 

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(Stand 05.04.2020)

Frankreich. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Zahlen für heute stimmen?  Ich gehe von einem fehlerhaften Eintrag aus. Hier mein persönliches Pro & Contra:

Pro: Zwei Begründungen dafür: 

1.) Menschen machen Fehler und das korrekte Einpflegen von Daten ist keine Kleinigkeit.

2.) Ich vertraue auf Frankreichs Informationspolitik.

Contra: Die Dynamik solcher pandemischer Ausbreitungsszenarien kennt Schockwellen. Ich habe dazu schon mehrfach Stellung bezogen. Und obwohl Schockwellen zu meinem geliebten Forschungsfeld gehören, möchte ich lieber nicht richtig liegen in der Annahme, dass wir hier erneut Zeuge eines solchen Phänomens werden.

USA: Die US-Administration schickt jetzt 1000 Militärangehörige in die Stadt New York, nach offiziellen Angaben im Wesentlichen medizinisches Personal. Das mag stimmen. Man kann darin auch erste Vorkehrungen gegen potenzielle Massenunruhen sehen. Hoffen wir, dass es in den USA trotz allem friedlich bleibt. 

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(Stand 04.04.2020)

Wenn man die weltweite Entwicklung der Pandemie COVID-19 beurteilt, wird klar, dass das erst der Anfang einer massiven global-gesellschaftlichen Umwälzung ist. Ich sehe darin nicht nur Bedrohungen, sondern vor allem Chancen: 

Diese Liste beginnt gerade erst, und ist zugegebenermaßen sehr unvollständig.

Freuen wir uns auf Anregungen!

Aber eines ist sicher: Unser Planet - übrigens der Einzige, den wir haben - wird es uns danken. Die große Transformation hätten wir ohnehin jetzt zusammen als Weltgemeinschaft organisieren müssen. Deshalb sehe ich die Krise COVID-19 vor allem als Chance. 

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(Stand 03.04.2020)

Ich schaue mit größter Sorge in die USA, einem Land mit einer flächendeckend mit Schusswaffen ausgestatteten Bevölkerung, der das Wesen und das Wissen eines solidarischen Sozialstaatkonzepts unbekannt ist und die von heute auf morgen arbeitslos wird. 

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(Stand 02.04.2020)

Die betrachteten europäischen Länder kämpfen mit Nachdruck um die Senkung ihrer Wachstumsraten, allen voran Italien und Spanien. Ich wünsche mir mehr, viel mehr europäische Koordination, Zusammenarbeit und Solidarität bei der Bewältigung der COVID-19 Katastrophe in der EU und Europa.

Von Russland hört man kaum etwas. Das erinnert mich unangenehm an die Informationspolitik von April 1986. 

Die Lage in den USA, ein Trauerspiel mit Ansage.

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(Stand 01.04.2020)

Ein echter Hoffnungsschimmer für Deutschland. Erstmalig können die Daten besser mit der logistischen Funktion beschrieben werden, als mit der Exponentialfunktion. 

 

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(Stand 31.03.2020)

Die Anzeichen für eine Wende in Italien stabilisieren sich. Deutschland muss weiter konsequent die Kontaktregeln durchhalten. Alles sieht danach aus, dass die Entscheidungsträger aller Bundesländer dies verstanden haben und entsprechend handeln.

Die USA werden unser aller Hilfe benötigen. Die Situation dort lässt sich nur noch als desaströs bezeichnen. Dennoch inszeniert die US-Administration mit dem pompösen Einlaufen des Kriegslazarettschiffes "Comfort" in New York Handlungsfähigkeit. 

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(Stand 30.03.2020)

Endlich ist eine Wende in Itialien abzusehen! Das freut mich für unsere Nachbarn im Süden sehr. Auch Spanien und Frankreich sind auf einem guten Weg. Und selbst Großbritannien ist jetzt auf Kurs, die Wachstumsraten zu senken.

Dieser Tag wird mich und mit mir viele Menschen in Europa mit etwas Erleichterung beseelen.

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(Stand 29.03.2020)

Meine Sorge, dass Deutschland seine Kontrolle der Wachstumsrate langsam einbüßt, scheint berechtigt. Die Wachstumsrate sinkt zwar, aber nicht in dem Maße, wie es sein sollte. Vielleicht spielte das schöne Wetter der letzten 5 Tage und der damit einhergehende Wunsch der Menschen, draußen zu sein, eine Rolle. Wir müssen auf jeden Fall jetzt noch ein gutes Stück konsequenter handeln, um die Wachstumsraten stärker zu senken.

Wer jetzt Debatten über Exit-Strategien anzettelt, hat die Datenlage nicht verstanden. Warum geben einige Medien solchen geistigen Brandstiftern unkommentiert Raum? Unverantwortlich! 

Zum Glück hat der überwältigende Anteil der deutschen Bevölkerung die Situation verstanden und handelt auch danach.

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(Stand 28.03.2020)

Deutschland muss jetzt noch mehr Anstrengungen unternehmen, um die Wachstumsrate zu senken, sonst kann es passieren, dass uns die Dynamik aus dem Ruder läuft, wie derzeit in Großbritannien.

Italien und Spanien kämpfen mit allem Nachdruck gegen das Sterben in der Bevölkerung. Alle Achtung!

Für die USA sehe wirklich ich wenig Möglichkeiten, in die Entwicklungen kontrollierend einzugreifen. Dort muss man sich auf viele Verluste einstellen.

Die US-Administration hat heute den Autobauer GM angewiesen, Beatmungsgeräte statt Autos zu bauen. Man darf gespannt sein.

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(Stand 27.03.2020)

Kein Land testet so viel wie Südkorea. Damit und mit schnellem Handeln gelingt es, die Infektionszahlen gering zu halten.

Zurück nach Deutschland: Wie sieht es eigentlich mit der Grundversorgung in Deutschland aus? Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner ist entspannt. Ich im Prinzip auch, wenn die Krise uns nur ein paar (3-4) Monate beschäftigt.

Anders sieht es aus, wenn wir viele Monate (5-15) mit den Auswirkungen kämpfen müssen. Jetzt wäre die Zeit für diesen Fall vorzusorgen und die deutsche Landwirtschaft entsprechend umzustrukturieren auf Eigenbedarf und auf Bedarfsdeckung für unsere Nachbarstaaten. Vielleicht ist das auch schon in Planung, ich bin kein Landwirtschaftsexperte, sondern Physiker.

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(Stand 26.03.2020)

Die Lage in Spanien droht, außer Kontrolle zu geraten. Jetzt muss die EU als Ganzes helfen.

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(Stand 25.03.2020)

Zu Recht sagt das Robert Koch Institut, das wir erst am Anfand der Pandemie stehen. Ich vermute, dass den wenigsten bewusst ist, was das bedeutet.

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(Stand 24.03.2020)

Die Infektionszahlen und die Entwicklung der Wachstumsraten in den Vereinigten Staaten von Amerika beschreiben das Krisenmanagement der (Noch-) US-Administration.

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(Stand 23.03.2020)

Endlich reagiert Deutschland angemessen auf die exponentiell wachsenden Infektionszahlen. Es wurde höchste Zeit. Wenn es gelingt, die Wachstumsraten in einer Woche massiv zu senken, gibt es noch Hoffnung für unser Gesundheitssystem. Dennoch, das gesamte gesellschaftliche Leben wird sich von nun an vollständig wandeln. Man wird sehen, was das mit uns und unserem freizügigen Lebensstil macht. Für viele junge Menschen wird das eine traumatische Erfahrung werden. Ich sehe darin aber auch viele Chancen auf ein faireres globales Zusammenleben.

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(Stand 22.03.2020)

Die heutigen Zahlen von Deutschland sind zwar ein kleiner Hoffnungsschimmer, aber solange die Infektionszahlen so hoch sind, steuern wir auf die Belastungsgrenze unseres Gesundheitssystems innerhalb der nächsten 7-10 Tage zu.

Das bedeutet, wir müssen die Infektionszahlen jetzt drastisch senken. Das geht nur, wenn wir die Kontaktzahlen massiv verringern. Italien hat das heute verstanden und fährt ab jetzt alle nicht lebensnotwendigen Arbeitsbereiche herunter. Ein Shutdown von 3 Wochen kann die pandemische Ausbreitung zunächst stoppen.

(Stand 21.03.2020)

Bei dem Umgang und der Bewältigung der COVID-19 Pandemie zeigt sich - wie auch schon bei den Themen Klimawandel und Artensterben - das Fehlen gleich mehrerer wichtiger Kernkompetenzen für das Zusammenleben von Menschen in Mega-Strukturen.

Ich finde es äußerst bemerkenswert, wie wenig wir darauf vorbereitet sind, das Wesen exponentieller Sachzusammenhänge zu begreifen und danach zu handeln, trotz Kenntnis der Datenlage und trotz numerischer Fähigkeiten (Abitur) der Mehrzahl der Entscheidungsträger weltweit. Gleiches gilt für retardierte, also zeitverzögert wirkende Sachzusammenhänge, sogenannte Dynamiken mit Delay. Weiterhin scheint es nur eine sehr rudimentäre Ausbildung in Folgenkompetenz zu geben.

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(Stand 20.03.2020)

Nach meiner persönlichen Einschätzung wird auch Deutschland nicht um massive Ausgangssperren herumkommen. Rechnet man mit weiter derart exponentiell ansteigenden Zahlen von Infektionen bis zur 3. Aprilwoche, gelingt es also nicht, den exponentiellen Wachstumsparameter auf wenigstens b=0 zu drücken, dann wird es in Deutschland Ende April ca. 33 Mill. Infektionen geben.

Gleiches lässt sich über alle europäischen Länder sagen. Ich gehe davon aus dass es eine Wiedereingliederung von Großbritannien in die EU geben wird. Großbritannien wird nicht ohne fremde Hilfe die Folgen bewältigen. 

Blickt man über die europäischen Außengrenzen hinaus, dann kann man abschätzen, dass unser südlicher Nachbarkontinent Afrika am härtesten von der globalen COVID-19 Infektion getroffen werden wird. Ein Zusammenbruch der Gesundheitssysteme, Hungersnöte, Wassermangel, Co-Pandemien sowie massive Migrationsbewegungen sind wahrscheinlich. Auf die daraus resultierenden Folgen sollte Europa vorbereitet sein. 

Ähnliche Folgen können hinsichtlich unserer Nachbarn im Osten, Weißrussland, Ukraine und Russland sowie dem Nahen Osten erwartet werden.

Die Pandemie wird unser Zusammenleben nachhaltig verändern. Wir werden neue Regeln des Zusammenlebens finden müssen.

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